Das Arsenaal in Roeselare

Am 2. August 1914 rief das Komitee des Roten Kreuzes in Roeselare die Bevölkerung dazu auf, sie finanziell zu unterstützen und Medikamente und Verbände  bei ihnen abzugeben. Der Aufruf war erfolgeich und die abgelieferten Medikamente wurden im Arsenaal in Roeselare eingelagert. Daneben fungierte das „Arsenaal“ auch als ein Lazarett, wo 500 verwundete Soldaten gepflegt wurden.  

Ab September 1914 diente das Arsenaal als Auffanglager für Flüchtlinge, darunter die Einwohner von Moorslede, die im November 1914 dazu gezwungen worden waren ihre Häuser zu verlassen. Die Flüchtlinge lebten unter erbärmlichen Umständen, was den schnellen Ausbruch von tödlichen Krankheiten zur Folge hatte. Es starben täglich Menschen und der Mangel an Hygiene im Arsenaal wurde unerträglich. Aus Angst vor einer Pestepidemie lagerten die Deutschen die Flüchtlinge vom Arsenaal in Privathäuser in der Region um.

Später im Krieg wurde das Arsenaal auf Kosten der vielen Obdachlosen und Kranken zu einer deutschen Kaserne umgebaut, wo über 300 Soldaten ihren Aufenthalt hatten. Während der Bombardierungen in Roeselare am 21. Juli 1917 fügten englische Bomben dem Arsenaal schweren Schaden zu: der Dachboden und der Festsaal wurden beide komplett zerstört. Bei den Bombardierungen kamen 25 Soldaten ums Leben.

Bild: Kollektion Feuerwehr Roeselare