Der Bahnhof in Lichtervelde

Der Bahnhof von Lichtervelde war während des Ersten Weltkriegs für den deutschen Besatzer ein wichtiger logistischer Knotenpunkt. Neben den vielen ein-und aussteigenden Soldaten wurden auch Munition und Kriegsmaterial verladen. Von der Frontlinie aus war es drei Stunden zu Fuβ bis zum Bahnhof von Lichtervelde. Zusätzlich zur Ortskommandantur wurde auch eine Bahnhofskommandantur errichtet, um die Posten und Signalgeber zu regeln und somit einen reibungslosen Verlauf der Logistik gewährleisten zu können. Die Bahnlinie Brügge-Kortrijk  war während des Kriegs nicht länger für Zivilisten zugänglich und wurde nur für militärischen Verkehr benutzt.

Der Bahnhof von Lichtervelde wurde wegen seiner wichtigen Funktion während des Kriegs oft bombardiert. In der Nähe des Bahnhofs befanden sich viele Munitionsdepots und Lager mit Kriegsmaterialien. Etwas weiter vom Bahnhof entfernt bauten die Deutschen eine Bahnhofsattrappe mit echten Verkehrsampeln und Signalen, um die Alliierten vom tatsächlichen Bahnhof abzulenken. Einige alte Eisenbahnwagen wurden mittels eines mechanischen Systems hin- und hergezogen, um den Eindruck zu erwecken, dass der Bahnhof in Betrieb war. Die Alliierten glaubten monatelang, dass dieser Bahnhof echt war.

Nach der Endoffensive war der echte Bahnhof in Lichtervelde zum gröβten Teil zerstört.