Die Schule Klein Seminarie in Roeselare

Die Schule Klein Seminarie in Roeselare wurde zwei Tage nach dem Scheuen Montag (Schuwe Maandag) in ein Lazarett mit einem OP-Trakt umgebaut. Dort wurden verschiedene Stationen untergebracht: Zahnheilkunde, Infektionskrankheiten, Desinfektion und eine Leichenhalle. Im Lazarett waren etwa 150 Mitarbeiter, darunter die Spionin und Krankenschwester Martha Knockaert, für etwa 1000 Patienten zuständig. Die Schule “Klein Seminarie” war eins der wichtigsten deutschen Lazarette hinter der Front.

In der Schule Klein Seminarie wurde während des Ersten Weltkriegs kaum noch Unterricht gegeben. Viele Lehrer hatten sich Anfang des Kriegs freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet und zogen an die Front. Ende 1914 fungierte das Klein Seminarie nicht länger als Schule, die Lehrer mussten an alternativen Orten Unterricht geben: Häuser in der Noordstraβe, Gemeindesäle, Läden und Kneipen. Im Januar 1915 wurden die Unterrichtszeiten auf einige Stunden täglich beschränkt und die Schulkinder mussten als Ausgleich dafür zu Hause zusätzliche Hausaufgaben machen. Vor dem Krieg war es üblich, dass die Kinder aus Izegem die Schule “Klein Seminarie” in Roeselare besuchten und dort übernachteten. Der Krieg hatte das Übernachten aber unmöglich gemacht. Die meisten Kinder mussten daher täglich lange Wege zurücklegen um in die Schule zu kommen.

Während der Bombardierungen auf Roeselare am 21. Juli 1917 fing die Schule Klein Seminarie Feuer und wurde völlig verwüstet.