Bruder Adolf

Bruder Adolf wurde mit dem Namen Frans Van der Scheuren geboren. Er war Mitglied einer katholischen Ordensgemeinschaft genannt “Broeders van Liefde”  und arbeitete in der Brüderschule in Roeselare. Nach dem Ersten Weltkrieg widmete er sich der Instandhaltung von militärischen Begräbnisstätten und der Identifikation von gefallenen Soldaten.  

Am 20. Januar 1919 übertrug der Gemeinderat von Roeselare Bruder Adolf die Verantwortung für die Regelung von Begräbnisfeiern für gefallene Soldaten. In den ersten sechs Monaten nach dem Waffenstillstand beantwortete er tausende Briefe von Eltern und Verwandten der französischen und belgischen Soldaten, die in Roeselare oder an der Front umgekommen waren. Er stellte eine Liste auf von allen Soldaten, die auf militärischen Friedhöfen oder an anderen Stätten in der Nähe von Roeselare und Umgebung begraben lagen. So konnte Bruder Adolf Hunderten von trauernden Familien die Ruhestätten ihrer Geliebten zeigen. Soldaten, die nicht auf einem Friedhof begraben lagen, wurden später zu den verschiedenen Militärfriedhöfen in der Umgebung gebracht.

Während der Sitzung des Gemeinderats am 29. Januar 1921 erhielt Bruder Adolf das Zivilkreuz 2. Klasse 1914-1918 für seine “brillanten Taten von Mut, Selbstaufopferung und Menschenliebe, die er während des Kriegs und nach dem Krieg vollbracht hat”.

Bild: Kollektion Stadsarchief Roeselare