Cnockaert Martha

Martha Cnockaert wurde am 27. Oktober 1892 in Westrozebeke geboren. Sie war 22 Jahre alt als der Erste Weltkrieg ausbrach  und meldete sich freiwillig als Schwester im Kloster von Westrozebeke, wo sie verwundete Soldaten pflegte. Als Westrozebeke Ende Januar 1915 evakuiert wurde, führte Martha Knockaert, in der Schule „Klein Seminarie“ in Roeselare ihre Arbeit als Krankenschwester weiter.

Einige Tage nach ihrer Ankunft in Roeselare wurde sie von einem Mitglied des britischen Geheimdienstes angesprochen und wurde zur Spionin. Ihr Tarnname war Laura.  Martha leitete  Informationen über das Treiben der Deutschen in Roeselare weiter an die Alliierten. Auβerdem sollte sie auch für einige Sabotageakte, unter anderem für die Explosion des Munitionsdepots in Roeselare, verantwortlich gewesen sein.

Im November 1916 wurde Martha festgenommen und in Ghent eingesperrt. Kurz vor dem Ende des Krieges wurde sie von britischen Truppen aus ihrer Zelle befreit.

Nach Kriegsende zog Martha nach Antwerpen, wo sie ihren Mann John McKenna, einen britischen Hauptmann, kennengelernt hat. 1932 publizierte sie das autobiografische Buch “I was a spy”, über ihre Erlebnisse als Spionin im Ersten Weltkrieg. Das Buch war in verschiedenen Sprachen ein Bestseller und wurde zweimal verfilmt.

Dank des Erfolgs ihrer Geschichte wurde Martha Cnockaert zu einer berühmten Kriegsheldin. Viele Skeptiker stellen aber die Glaubwürdigkeit ihrer Erzählung in Frage und glauben, dass sie die Geschichte erfunden hätte, um Reichtum, Aufmerksamkeit und Berühmtheit zu erlangen.