Jules Kindt wurde am 2. März 1881 in Roeselare geboren. In seinen ersten Lebensjahren wohnte er in Nordfrankreich, aber nach dem Tod seines Vaters kehrte er nach Roeselare zurück. Die Familie zog zu Jules‘ Groβmutter. Sein Bruder und seine Schwester starben im Kindesalter. Die Mutter von Jules heiratete erneut und vertraute ihn seiner Groβmutter an, die damals ein spärliches Auskommen hatte. Später zog er bei seiner Mutter und ihrem neuen Ehemann ein. Trotz des Widerstands seiner Mutter heiratete er Stefanie Delange. Er arbeitete als Schuhmacher und Weber und war daneben auch Mitglied der christlichen Gewerkschaft.

Als der Erste Weltkrieg begann, ergriff er vor seinem Einberufungsbefehl die Flucht nach Frankreich, zusammen mit seiner Familie. Jules führte ein Tagebuch, in dem er eine detaillierte Darstellung von seiner Flucht nach Frankreich gibt. Daneben beschreibt er auch die Schwierigkeiten, die den belgischen Flüchtlinge während ihres Aufenthalts in Frankreich begegneten, z.B. das Finden einer Arbeitsstelle und einer Wohnung sowie das Kommunizieren in einer fremden Sprache.