Lange Rudolf

Rudolf Lange (1874-1918) war ein berühmter deutscher Soldat und Maler. Im Alter von 40 Jahren wurde er einberufen und wurde zum Bataillonskommandanten beim RIR 236, später beim RIR 237. Die beiden Regimenter wurden während verschiedener Kampfpausen in Lichtervelde einquartiert.

Rudolf war ein talentierter Amateurzeichner und Maler. Während des Krieges führte er ein Tagebuch, in dem er seine persönliche Erlebnisse und Impressionen aufschrieb. Daneben machte er auch Geländeskizzen, Zeichnungen und Aquarellbilder von Gebäuden und Landschaften in Lichtervelde, Staden, Beveren, Moorslede, Ingelmunster, Gits und Oostnieuwkerke. Viele seiner Kunstwerke können an Teilen aus seinem Tagebuch zugeordnet werden. Immer wenn er sein Heftchen vollgeschrieben hatte, schickte er es zu seiner Frau in Schwerin. Das Tagebuch gibt eine einzigartige Schilderung vom Alltagsleben eines deutschen Offiziers in Lichtervelde: militärische Übungen, Bier trinken mit anderen deutschen Offizieren, Ausflüge nach Brügge, Oostende und Roeselare. Daneben wird im Tagebuch auch der Luftangriff auf Lichtervelde vom 6. September 1915 ausführlich beschrieben.

Im März 1918 zogen Rudolf und das RIR 237 nach Frankreich, wo die Frühlingsoffensive an der Westfront starten sollte. Am 15. Juli 1918 wurde Rudolf in der Nähe von Reims schwer verwundet. Am 9. September 1918 starb er im Alter von 44 Jahren an seinen Verletzungen. Er erhielt den „Pour le Mérite“, den höchsten militärischen Orden im Deutschen Reich. Viele seiner Kunstwerke wie auch sein Tagebuch und einige persönliche Besitztümer werden im Flanders Fields Museum ausgestellt.