Nach der Belagerung von Antwerpen lieβen sich allmählich viele französische, britische und deutsche Soldaten in der BIE-Region nieder. Mitte Oktober 1914 wurden Lichtervelde und Ingelmunster als erste unter den Gemeinden der BIE-Region von den Deutschen eingenommen. In anderen Gemeinden der Region war es für die Deutschen schwieriger Fuβ zu fassen. Das änderte sich aber am 19. Oktober 1914, dem Tag, der als „der scheue Montag“ (Schuwe Maandag) in die Geschichte eingehen würde.

Am 19. Oktober wurden in Roeselare die deutschen Truppen von französischen Heckenschützen in einen Hinterhalt gelockt. Die deutschen Soldaten waren von diesem Widerstand überrascht und wurden zum ersten Mal seit ihrer Ankunft in der Region mit dem Tod und dem Gräuel des Krieges konfrontiert. Panisch und wütend wegen dem Überraschungsangriff  erinnerten sie sich an ihre Ausbildung und die Geschichten, die sie dort über schieβwütige belgische Zivilisten gehört hatten. Sie verdächtigten die unschuldigen belgischen Zivilisten, auf ihre Truppen geschossen zu haben und sannen auf Rache. Während sie Roeselare und die benachbarten Gemeinden durchquerten, hinterlieβen sie eine Spur der Verwüstung mit Bränden, Mord und Zerstörung. Nach vielen schweren Gefechten zwischen französischen und deutschen Truppen wurden Beveren und Roeselare am 19. August von den Deutschen eingenommen. Am gleichen Tag wurden auch Rumbeke und Oekene eingenommen. In Kachtem rächten sich die deutschen Soldaten an der lokalen Bevölkerung: Sie ermordeten vier Zivilisten und steckten einige Häuser in Brand.

Inzwischen hatten die Einwohner von Moorslede massenweise die Flucht ergriffen. Es dauerte nicht lange, bis die deutschen Soldaten in Moorslede einfielen und die evakuierte Gemeinde und ihre Teilgemeinde Dadizele besetzten. Am 19. Oktober kamen immer mehr französische Soldaten in Staden an, während die Deutschen weiter vorstieβen und Gits und Hooglede einnahmen.

In der Nacht vom 19. auf den 20. Oktober brach in Staden die Hölle los. Nach schweren Gefechten zwischen französischen und deutschen Soldaten geriet Staden am 20. Oktober in deutsche Hände. Am gleichen Tag konnten die Deutschen, nachdem die meisten Einwohner von Westrozebeke und Oostnieuwkerke die Flucht ergriffen hatten, fast widerstandslos die beiden Dörfer einnehmen.

Die Gemeinde Ingelmunster blieb vom Gräuel des „Scheuen Montags“ verschont und wurde zum Zentrum einer Versorgungskette.