Der erste Winter des Ersten Weltkrieges war ziemlich ruhig, was militärische Angriffe betrifft. Da sich die Frontlinie der Westfront seit Monaten nicht mehr verschoben hatte, wollten die Deutschen im Frühling des Jahres 1915 eine neue Offensive in Flandern starten. 

Die Zweite Ypernschlacht begann am 22. April 1915. An diesem Tag setzten die Deutschen, obwohl die internationalen Abkommen des Ersten Weltkrieges es verboten, tödliches Chlorgas nördlich von Ypern ein. Dieses Gas wurde in groβen Stahlflaschen über die BIE-Region zur Front transportiert und dort in den Boden eingegraben. Die Deutschen konnten das Gas nur bei günstigem Wetter und günstigem Wind ablassen. Am 22. April wurden die Gasflaschen geöffnet. Die alliierten Truppen wurden vom tödlichen Gas völlig überrascht und sahen sich zum Rückzug gezwungen. Dieser Rückzug führte zu einer groβen Lücke in der Frontlinie, wodurch die deutschen Truppen ungehindert Ypern erreichen konnten. Die Deutschen, die mit viel Widerstand gerechnet hatten, waren aber nicht auf einen leichten Aufmarsch vorbereitet und konnten deswegen die Gelegenheit nicht völlig ausnützen. Die Kanadier nutzten die Zweifel der Deutschen aus und starteten einen erfolgreichen Gegenangriff, um einen weiteren deutschen Aufmarsch zu stoppen.

In den darauffolgenden Tagen wurden noch mehr Gasangriffe von den Deutschen gestartet. Da der Überraschungseffekt der Gasangriffe verloren gegangen war, erwiesen sich die Gasangriffe als nicht ausreichend und es gelang der deutschen Armee nicht, Ypern einzunehmen. Die Folgen der Zweiten Ypernschlacht waren in der BIE-Region stark spürbar. Die Vorbereitungen der Ypernschlacht machten die Mobilisierung von Truppen und die Zufuhr von Materialien über die BIE-Region erforderlich. Während der Schlacht wurden viele Kriegsgefangene wie auch verletzte oder gefallene Soldaten von der Front in die BIE-Gemeinden abtransportiert. Unter den Verletzten befanden sich Soldaten unterschiedlicher Nationalitäten: von Belgiern, Franzosen und Briten bis hin zu Kanadiern, Algeriern und Indern. Die Zweite Ypernschlacht traf auch die Einwohner der BIE-Region, wodurch viele von ihnen die Flucht ergriffen.