Hooglede-Gits

Am Scheuen Montag (Schuwe Maandag) wurde Hooglede-Gits gewaltsam von den Deutschen eingenommen und die Einwohner ergriffen die Flucht. Flüchtlinge aus Staden wie auch viele Soldaten nahmen die Plätze der Einwohner ein. Während des Ersten Weltkriegs wurde Hooglede- Gits zu einer wichtigen Bevorratungsstelle. Dort wurde unter anderem Kriegsmaterial eingelagert für die Front nahe Poelkapelle, Langemark und Houthulst.

Ende Oktober 1914 wurde die erste Ortskommandantur in Hooglede-Gits errichtet und etwas später bekam auch das Stadtviertel Sleihage eine eigene Ortskommandantur. Der Bürgermeister von Hooglede, Emiel Vereecke, und die Gemeindeverwaltung mussten erzwungenermaßen mit den Deutschen zusammenarbeiten. Die Gemeinden Hooglede und Gits hatten sich gegen 1915 in wahre Kasernen verwandelt: in allen Häusern waren deutsche Soldaten einquartiert und in den Gemeinden konnten sich die Soldaten entspannen und erholen.

Während der Dritten Ypernschlacht wurde Hooglede zu einem wichtigen Ort für die Versorgung der Verletzten. Auβerdem wurde ein groβer deutscher Militärfriedhof auf dem Gelände hinter dem Krankenhaus angelegt. Anfang August 1917 wurden die Einwohner von Hooglede evakuiert. Kurz nach dieser Evakuierung, in der zweiten Septemberhälfte, wurde die Gemeinde oft zur Zielscheibe von britischen Luftangriffen. In Gits blieb zuerst ein Teil der Bevölkerung zurück, aber als die Gemeinde zwangsevakuiert wurde, verlieβen auch sie ihre Häuser.

Die Ruheplätze in Hooglede und Gits wurden im Herbst 1917 von deutschen Truppen überrumpelt da der Druck der Briten nahe Poelkapelle die Deutschen in diese Gemeinden getrieben hatte. Es drohte eine Überbevölkerung, die die Ruhe und den Komfort vertreiben würde. Darüber hinaus wurden Hooglede und Gits ständig bombardiert. Sleihage, wo sich unter anderem ein Verbandplatz, eine Feldküche und eine lokale Ortskommandantur befanden, wurde zum gröβten Teil für die Aufstellung von Artillerie geräumt. Da Sleihage auf der Kreuzung zweier wichtiger Verkehrswegen lag, wurde es oft unter Beschuss genommen.

Ende März 1918 brach in Frankreich eine neue Offensive los, die dazu führte, dass sich die Front weiter von Hooglede-Gits entfernte. Dadurch zogen sich viele deutsche Truppen aus der Region zurück und die Ruhe kehrte wieder in Hooglede ein. Anfang April wurde die Ruhe aber wieder gestört, da wegen einer neuen Offensive wieder neue Truppen in Hooglede-Gits ankamen.

Ende September 1918 gelang es den belgischen Truppen, bis nach Sleihage vorzustoβen. Dort fielen in den schweren Kämpfen viele deutsche Soldaten. Sleihage wurde letztendlich ohne allzu viel Blutvergieβen befreit. In Hooglede dagegen stieβen die Alliierten auf viel Widerstand der Deutschen. Erst Mitte Oktober wurde Hooglede schlieβlich auch von den belgischen Soldaten eingenommen. Ende Oktober 1918 konnten die Einwohner in ihre Gemeinde zurückkehren. Hooglede-Gits und Umgebung waren völlig zerstört.