Sioen Elias und Vandewynckele Julia

Als der Erste Weltkrieg 1914 ausbrach, sah sich Eduard Sioen dazu gezwungen, sein Haus in Dadizele zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern, darunter auch sein Sohn Elias, zu verlassen. Nach monatelanger Flucht floh die Familie Sioen auf Anordnung der französischen Soldaten nach Calais, weit entfernt von der sich immer verschiebenden und annähernden Frontlinie. Am 15. Januar 1915 ging die Familie in Calais an Bord eines französischen Schiffs, das nach La Rochelle fuhr.

Es war eine stürmische Reise, da das Schiff in einen orkanartigen Sturm geraten war. In der Verwirrung und dem Chaos wurde der kleine Junge Paul Vandewynckele von seiner Familie getrennt und von Roger Vandamme, dem Neffe von Elias Sioen gerettet. Die Familien Sioen und Vandewynckele haben sich nach diesem Ereignis angefreundet. Eine Freundschaft, die noch Jahre halten sollte.

Während die beiden Familien in Frankreich ein neues Leben aufzubauen versuchten, verliebte sich Elias Sioen in Julia, eine der Töchter der Familie Vandewynckele. Ihr Glück war aber nur von kurzer Dauer, da Elias anfang 1916 zum Kriegsdienst bei der belgischen Armee einberufen wurde. Er wurde dazu gezwungen, nach Calais zurückzukehren und dort in das Bataillon Karabiniers-Radfahrer eingereiht. Nach einer kurzen Ausbildungsperiode wurde er an die Front geschickt.

Elias war unabhängig und erfinderisch in den Schützengräben. Oft konnte er schwere Arbeit meiden, indem er leichte Aufgaben für die Offiziere ausführte, indem er ihnen z.B die Haare schnitt. Obwohl Elias im März 1918 in der Nähe des Fluβes “Reigersvliet” verwundet wurde, überlebte er den Krieg und kehrte nach La Rochelle zurück. Dort heiratete er Julia am 15. Juli 1919.

Wie die meisten belgischen Flüchtlinge, kehrten die Familien Sioen und Vandewynckele schlieβlich nach Belgien zurück. Elias und Julia siedelten sich in Dadizele an, wo sie im Dörfchen “de Klephoek” ein Haus bauten.

Bild von Elias Sioen (sitzt an der linken Seite des Fotos) in Rodelinghem (Kollektion Patrick Sioen)
Aus: Sprokkels HK Dadizele 2013, Autor Patrick Sioen